Neujahrsansprache 2026

Liebe Freunde, liebe Bekannte, liebe Kollegen,

ein neues Jahr hat gerade begonnen. 2026 steht noch ganz frisch da – wie ein unbeschriebenes Blatt, voller Möglichkeiten, Hoffnungen, vielleicht auch Fragen. Hinter uns liegt ein Jahr mit allem, was dazugehört: schönen Momenten, Erfolgen, aber auch Enttäuschungen, Sorgen und Dingen, die uns müde gemacht haben. Manche von uns gehen mit Vorfreude ins neue Jahr, andere eher vorsichtig. Und das ist in Ordnung.

In diesem Jahr fiel mir die Suche nach einem Faden für meine Ansprache schwer und als ich zu den Proben des Musicals in unserer Kirchengemeinde gegangen bin, fiel mir unser Motto in das Blickfeld, welches groß vor unserer Gemeinde auf einem Schild steht: In Jesus ein Zuhause finden.

Denn egal, wie unterschiedlich unsere Leben sind – wir alle sehnen uns nach einem Ort, an dem wir ankommen dürfen. Ein Ort, an dem wir nicht funktionieren müssen. Ein Ort, an dem wir gesehen, angenommen und getragen sind.

Viele suchen dieses Zuhause in äußeren Dingen: in Sicherheit, Erfolg, Beziehungen, Anerkennung oder Plänen für die Zukunft. Und vieles davon ist gut und wichtig. Aber wir merken doch immer wieder: Kein äußeres Zuhause ist vollkommen. Menschen können uns enttäuschen, Umstände ändern sich, Sicherheiten brechen weg. Und dann bleibt diese leise Frage: Wo gehöre ich wirklich hin?

Genau hier spricht mich der Glaube an Jesus Christus an. Nicht als schnelle Antwort auf alle Probleme, sondern als tiefe Zusage: In Jesus dürfen wir ein Zuhause finden.

Ein Zuhause für unsere Seele. Für unsere Zweifel genauso wie für unsere Hoffnung. Für unsere Stärke – und erst recht für unsere Schwäche.

Jesus sagt sinngemäß: „Kommt zu mir, ihr Müden und Beladenen, ich will euch Ruhe schenken.“ (Matthäus 11,28)
Das ist keine Forderung, kein Druck. Es ist eine Einladung. Eine Einladung, so zu kommen, wie wir sind. Nicht besser, nicht heiliger, nicht sortierter. Sondern echt.

Ein Zuhause bei Jesus bedeutet:
Ich muss mich nicht beweisen.
Ich darf Fehler machen und neu anfangen.
Ich bin nicht allein mit meinen Fragen.
Ich bin getragen, auch wenn ich den Weg nicht klar sehe.

Gerade am Anfang eines neuen Jahres ist das eine starke Perspektive. Denn wir wissen nicht, was 2026 bringen wird. Aber wir dürfen wissen, wer mit uns geht. Jesus verspricht nicht ein problemloses Leben, aber er verspricht Nähe. Er verspricht, dass wir nicht heimatlos durchs Leben gehen müssen.

Vielleicht ist dieses neue Jahr für manche von uns ein Jahr der Veränderung. Vielleicht eines der Heilung. Vielleicht eines des Wartens. Was auch immer kommt: Ein Zuhause bei Jesus heißt, dass wir einen festen Ort haben, zu dem wir immer zurückkehren können – im Gebet, im Vertrauen, in der Hoffnung.

Mein Wunsch für uns alle im Jahr 2026 ist deshalb nicht nur Gesundheit, Erfolg oder Glück – so wichtig das alles ist. Mein Wunsch ist, dass wir innerlich ankommen dürfen. Dass wir entdecken oder neu entdecken: Ich bin gemeint. Ich bin gehalten. Ich habe ein Zuhause.

Lasst uns dieses Jahr mit offenen Herzen beginnen. Mit Mut zur Ehrlichkeit. Mit Liebe füreinander. Und mit dem Vertrauen, dass Gott uns näher ist, als wir manchmal denken.

Lissy und ich wünschen Euch ein gesegnetes, erfülltes Jahr 2026.
Ein Jahr, in dem wir unterwegs sind – aber nicht heimatlos.
Ein Jahr, in dem wir mehr und mehr erfahren dürfen, was es heißt, in Jesus ein Zuhause zu finden.

Alles Gute und Gottes Segen für das neue Jahr.