Erster Versuch mit Lizzy zu Pilgern

Der Weg ist das Ziel (und Lissy bestimmt das Tempo)

Eine Pilgerreise muss nicht hunderte Kilometer über die Pyrenäen führen, um echte Erkenntnisse zu bringen. Manchmal beginnt die Entschleunigung direkt vor der Haustür. Die allererste Etappe unserer neuen Pilgerroute führte vom historischen Ortskern in Velbert-Langenberg bis zum imposanten Mariendom nach Neviges – eine Strecke von knapp 6 Kilometern, die uns auf ganz besondere Weise gefordert und bereichert hat.

Dass wir für die überschaubare Distanz gut vier Stunden unterwegs waren, lag keineswegs an unwegsamen Gebirgspässen, sondern an unserer Weggefährtin Lissy. Mit beeindruckender Konsequenz erinnerte sie uns daran, was echtes Pilgern im Kern ausmacht: Nicht das hastige Durcheilen von Landschaften, sondern das bewusste Innehalten. Die zahlreichen Pausen – für eine Erfrischung, eine Streicheleinheit oder einfach das Genießen des Moments – machten die Tour zu einer Schule der Geduld.

Licht auf dem Weg

Gerade auf den ruhigen Waldabschnitten zwischen Langenberg und Neviges bekam die Tour eine tiefere Dimension. Passend dazu begleitete uns ein Gedanke aus dem Johannesevangelium:

„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

Auf den schattigen Pfaden des Niederbergischen Landes wird dieser Vers greifbar. Pilgern bedeutet, Schritt für Schritt darauf zu vertrauen, dass der Weg vor einem hell genug ist – selbst wenn man wie wir ein sehr langsames Tempo anschlägt. Das Licht weist die Richtung, egal wie viele Stopps man einlegt.

Die Route im Überblick

  • Strecke: Historischer Altstadtkern Langenberg – Höhenwege – Wallfahrtsdom Neviges
  • Distanz: Knapp 6 Kilometer
  • Dauer: Ca. 4 Stunden (inklusive ausgiebiger Lissy-Pausen)
  • Charakter: Sanfte Hügel, schattige Waldabschnitte, Natur pur und spirituelle Einkehr

Das finale Highlight bildet der Zieleinlauf in Neviges: Wenn man nach der entschleunigten Naturpassage plötzlich vor der wuchtigen, gipfelartigen Betonarchitektur des Mariendoms steht, entfaltet der Ort eine ganz eigene Wirkung.

Am Ende bewies diese erste Etappe vor allem eines: Auf dem Pilgerweg zählt nicht die verbrauchte Zeit, sondern die gewonnene Klarheit. Danke an Lissy für das perfekte Tempo!

Lissy’s eigener Pilgerpass….